INAIL 2026: was sich bei der italienischen Unfallversicherung für Arbeitgeber ändert
Zuletzt verändert am 4. November 2026 • 5 Min. Lesezeit • 999 WörterIn Deutschland zahlt der Arbeitgeber für die gesetzliche Unfallversicherung Beiträge an die Berufsgenossenschaft, in Österreich an die AUVA, in der Schweiz läuft die Berufsunfallversicherung über Suva oder private Versicherer. In Italien heißt die Einrichtung INAIL, Istituto nazionale per l’assicurazione contro gli infortuni sul lavoro. Das Prinzip ist vertraut: Der Arbeitgeber zahlt allein, die Prämie hängt vom Risiko der Tätigkeit ab. 2026 hat sich an den Regeln für die Prämienminderung etwas geändert. Dieser Artikel fasst zusammen, was bestätigt ist, was nicht, und was Sie prüfen sollten.
Die Grundtarife haben sich nicht geändert
Die Tarife von 2019 gelten weiter. Eine neue Tariftabelle hat sie 2026 nicht ersetzt. Wer INAIL-Kosten auf Basis der geltenden Sätze budgetiert hat, kann diesen Teil seines Modells beibehalten.
Geändert hat sich die Anwendung. Eine Ministerialverordnung vom 2. April 2026 hat die Anwendungsregeln angepasst, veröffentlicht wurde sie am 3. Juni 2026. Die neuen Regeln sind also recht jung, und die meisten Arbeitgeber haben sie noch nicht in einem vollständigen Prämienzyklus erlebt.
Wie die INAIL-Prämie funktioniert
Ähnlich wie bei den Gefahrtarifen der Berufsgenossenschaft wird jede Tätigkeit einer Tarifposition mit einem Satz zugeordnet. Für Bürotätigkeiten ist der Satz niedrig, deutlich unter 1 % der Entgeltsumme. Für technische, Produktions- und Außendiensttätigkeiten ist er höher. Die Prämie ist eine reine Arbeitgeberlast und erscheint nicht auf dem Lohnzettel des Mitarbeiters.
Der Arbeitgeber berechnet die Prämie im Rahmen einer jährlichen Selbstveranlagung, die bis zum 16. Februar fällig ist. Unterjährig ändern sich Entgeltsummen, und die Abrechnung wird im Folgejahr angepasst.
Was neu ist: die Prämienminderung
INAIL kann die Prämie eines Arbeitgebers senken, wenn seine Unfallbilanz besser ist als der Durchschnitt. Das heißt “Oszillation zur Minderung” (oscillazione in riduzione). Die Verordnung von 2026 ändert sie in zwei Punkten.
1. Eine neue Tabelle A Bonus
Die Minderung richtet sich nach einer neuen Tabelle, die auf der Zahl der Arbeitnehmer-Jahre und einem Indikator für die Unfallhäufigkeit (ISAR) beruht. Wie die Werte im Einzelnen gestaffelt sind, haben wir nicht aus dem Verordnungstext selbst geprüft.
2. Eine höhere feste Minderung für kleine Positionen
Bestimmte Versicherungspositionen (PAT) gelten als nicht signifikant. Für sie beträgt die feste Minderung jetzt 13 %, vorher waren es 5 %. Für ein Unternehmen mit sehr kleiner italienischer Belegschaft kann die Minderung damit deutlich höher ausfallen als bisher. Der Schritt von 5 % auf 13 % ist die konkreteste Zahl in dieser Änderung.
Was das für ein DACH-Unternehmen mit der ersten Einstellung bedeutet
Nicht vom alten Rabatt ausgehen. Wenn Ihr Kostenmodell mit der alten festen Minderung von 5 % rechnet, ist es für nicht signifikante Positionen veraltet.
INAIL nicht aus dem Modell streichen. Die Minderung senkt eine Prämie, sie ersetzt sie nicht. Grundlage bleiben die Tarife von 2019.
Beim EOR die Position kennen. Wenn wir als Employer of Record anstellen, läuft die Versicherung über unsere Position. Für Sie relevant ist, welcher Satz für die Tätigkeit Ihres Mitarbeiters gilt und wie er im Angebot berücksichtigt ist.
Was wir nicht bestätigt haben
Unsere Informationen zu den Änderungen 2026 stammen aus einer Sekundärquelle, nicht aus dem Verordnungstext. Nicht bestätigt haben wir insbesondere die genaue Staffelung der Tabelle A Bonus, die Kriterien, nach denen eine Position als nicht signifikant gilt, und ab welchem Prämienjahr die neuen Regeln vollständig greifen.
Was Sie jetzt prüfen sollten
- Ihre INAIL-Position. Klären Sie, ob Ihre italienische Position nach den neuen Regeln als nicht signifikant gilt.
- Ihr Kostenmodell. Ersetzen Sie die 5 % durch 13 % nur dort, wo es zutrifft.
- Ihren Payroll-Anbieter. Fragen Sie, wer die INAIL-Erklärung einreicht und wie die neue Minderung angewendet wird.
- Ihren Zeitplan. Die Verordnung wurde am 3. Juni 2026 veröffentlicht. Fragen Sie, wann die neuen Regeln Ihre Prämie erstmals betreffen.
Arbeitssicherheit gehört dazu
Wie in Deutschland ist die Unfallversicherung eng mit der Arbeitssicherheit verbunden. Italien verlangt eine Gefährdungsbeurteilung, Sicherheitsunterweisungen und, je nach Tätigkeit, arbeitsmedizinische Untersuchungen. Für Servicetechniker, die bei Kunden arbeiten, ist das besonders wichtig. Eine gute Unfallbilanz ist nicht nur eine Frage der Fürsorge, sondern wirkt über die Prämienminderung direkt auf die Kosten.
Warum es für das Budget zählt
Bei Bürotätigkeiten ist INAIL ein kleiner Posten. Bei technischen Funktionen kann die Prämie spürbar sein, und eine Fehleinschätzung um einige Prozentpunkte bei der Minderung macht über mehrere Mitarbeiter einen Unterschied. Unser Kostenrechner zeigt Richtwerte für Büro und Metallindustrie.
Fazit
Die Tarife von 2019 bleiben die Basis. Neu sind die Regeln zur Minderung: eine Tabelle A Bonus auf Basis von Arbeitnehmer-Jahren und ISAR und eine feste Minderung von 13 % statt 5 % für nicht signifikante Positionen. Klären Sie die Einordnung, bevor Sie damit rechnen. Mehr zu technischen Funktionen unter Ingenieure und Servicetechniker .
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