Einkommensteuer in Italien 2026: wie die Stufen ein Jobangebot beeinflussen

Zuletzt verändert am 4. November 2026 • 5 Min. Lesezeit • 967 Wörter
Die drei IRPEF-Stufen 2026, der auslaufende Zusatzabzug zwischen 32.000 und 40.000 € und was das für Gehaltsangebote an italienische Kandidaten bedeutet, im Vergleich zum deutschen Tarif.

Deutsche Arbeitgeber sind an einen stetig ansteigenden Einkommensteuertarif gewöhnt, bei dem der Grenzsteuersatz gleichmäßig mit dem Einkommen wächst. Die italienische Einkommensteuer IRPEF funktioniert anders: Sie hat wenige, klar getrennte Stufen. Das macht sie leichter zu erklären, erzeugt aber Schwellen, an denen sich ein zusätzlicher Euro Gehalt deutlich anders anfühlt. Wer ein Angebot schreibt, sollte diese Schwellen kennen.

Die drei Stufen  

Für 2026 gelten laut unserer Quelle diese Sätze:

Zu versteuerndes Einkommen Satz
Bis 28.000 € 23 %
28.000 € bis 50.000 € 33 %
Über 50.000 € 43 %

Die Sätze sind Grenzsätze. Sie gelten nur für den Teil des Einkommens, der in die jeweilige Stufe fällt. Wer über 50.000 € verdient, zahlt nicht auf alles 43 %. Die ersten 28.000 € werden weiterhin mit 23 % besteuert, der nächste Teil bis 50.000 € mit 33 %, nur der Teil darüber mit 43 %.

Zu versteuern ist das Bruttogehalt abzüglich des Arbeitnehmeranteils zur Sozialversicherung. Dazu kommen regionaler und kommunaler Zuschlag. Steuerklassen, Ehegattensplitting, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer gibt es nicht.

Was das für Ihr Angebot bedeutet  

Dieselbe Erhöhung ist in höheren Stufen weniger wert. Jeder zusätzliche Euro wird mit dem Satz der Stufe besteuert, in die er fällt. Eine Erhöhung in der untersten Stufe behält für den Mitarbeiter den größten Teil ihres Werts. Eine Erhöhung oberhalb von 50.000 € wird mit 43 % besteuert. Wenn Sie wollen, dass der Kandidat einen echten Unterschied spürt, rechnen Sie netto nach.

Das Überschreiten einer Schwelle verändert die Rechnung. Der Sprung von 23 % auf 33 % bei 28.000 € ist groß, ebenso der von 33 % auf 43 % bei 50.000 €. Liegt ein Angebot nahe an einer dieser Grenzen, ändert eine kleine Anpassung des Bruttos, wie viel vom nächsten Euro beim Mitarbeiter bleibt.

Der auslaufende Zusatzabzug  

Für mittlere Gehälter gibt es eine weitere Besonderheit. Arbeitnehmer mit einem Einkommen zwischen 20.000 € und 32.000 € erhalten einen zusätzlichen Steuerabzug von 1.000 € pro Jahr. Oberhalb von 32.000 € endet dieser Abzug nicht schlagartig, sondern sinkt schrittweise und erreicht bei 40.000 € null.

Das hat einen praktischen Effekt. Zwischen 32.000 € und 40.000 € ist der Mitarbeiter in der 33-%-Stufe und verliert gleichzeitig den Zusatzabzug. Die tatsächliche Belastung jedes zusätzlichen Euros ist in diesem Bereich höher, als der Satz von 33 % vermuten lässt. Eine Erhöhung in diesem Band fühlt sich kleiner an, als die Tabelle nahelegt.

Hinzu kommen die allgemeinen Abzüge für Arbeitnehmer, die bei niedrigen Gehältern am höchsten sind und bei 50.000 € null erreichen. Auch sie lassen die effektive Grenzbelastung unterhalb von 50.000 € höher ausfallen als der reine Stufensatz.

Vergleich mit Deutschland  

In Deutschland steigt der Grenzsteuersatz fließend; es gibt keine Stufe, an der sich die Belastung schlagartig verändert. Italienische Kandidaten denken deshalb stärker in Schwellen. Wenn ein Kandidat bei einer Verhandlung auf eine bestimmte Grenze achtet, hat das oft genau diesen Grund. Für Kandidaten, die aus Deutschland nach Italien ziehen, lohnt ein Netto-Vergleich, weil die Gewohnheit aus dem deutschen Tarif in die Irre führen kann.

So nutzen Sie das beim Angebot  

  1. Brutto festlegen, Netto prüfen. Starten Sie mit dem Brutto. Rechnen Sie dann aus, was der Kandidat tatsächlich erhält, etwa mit unserem Netto-Rechner .
  2. Wissen, wo die Zahl landet. Prüfen Sie, in welche Stufe der obere Teil des Gehalts fällt und ob der Zusatzabzug voll gilt, ausläuft oder schon weg ist.
  3. Vorsicht an den Schwellen. Bei 28.000 €, 32.000 €, 40.000 € und 50.000 € ändert sich die Behandlung des nächsten Euros. Eine kleine Anpassung kann mehr bewirken, als es scheint.
  4. Einfach erklären. Italienische Kandidaten kennen ihr System. Ihre Hiring Manager in Deutschland eher nicht. Eine kurze Übersicht mit Brutto, Steuer und Netto hilft beiden Seiten.

Alternativen zur Gehaltserhöhung  

Wenn eine Erhöhung netto wenig bringt, können andere Bausteine effizienter sein: Essensgutscheine bis zu den steuerfreien Grenzen, Sachzuwendungen innerhalb der Jahresgrenze, eine Produktivitätsprämie mit 1 % Pauschalsteuer oder ein Dienstwagen. Mehr dazu in unseren Artikeln zu Essensgutscheinen und zur Produktivitätsprämie .

Was Sie sich merken sollten  

  • Die italienische Einkommensteuer hat drei Stufen: 23 %, 33 % und 43 %.
  • Ein Zusatzabzug von 1.000 € gilt zwischen 20.000 € und 32.000 € und läuft bis 40.000 € auf null aus.
  • Das Auslaufen macht Erhöhungen zwischen 32.000 € und 40.000 € weniger wirksam, als der Satz vermuten lässt.
  • Für Ihre Kosten als Arbeitgeber ist das neutral: Sie zahlen Brutto plus Arbeitgeberbeiträge, unabhängig von der Steuer des Mitarbeiters.

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